Die Lebendigkeit der Natur und die Weite des offenen Himmels ermöglicht ein außergewöhnlich vielschichtiges Theater-Erleben. Ängste, Hoffnungen, Leidenschaften, aber auch Freude und Glück empfindet man anders als in einem Raum mit vier Wänden. Oft gelingt hier draußen sogar ein neuer Blick auf die großen und kleinen Mechanismen des Menschseins in unserer im Umbruch befindlichen Gesellschaft. Ein solcher neuer „Freiluft-Blick“ auf Mensch und Gesellschaft kann sich aber nicht nur beim Betrachten der Inszenierungen von Tschechows „Möwe“, Hesses „Steppenwolf“ oder Kafkas „Prozess“ entfalten, sondern mit besonderer Leichtigkeit auch beim Erleben unserer Komödien. Wie treffend bemerkte doch schon der französische Theatermacher Molière: „Die Pflicht der Komödie ist es, die Menschen zu bessern, indem man sie amüsiert!“
Auch nach mehr als zwanzig Jahren Theatersommer wächst das Publikumsinteresse weiter, und darüber sind wir sehr glücklich. Dennoch wissen wir, dass im lebendigen Theater der Erfolg kein Selbstläufer ist. Es gilt jedes Jahr aufs Neue mit den vielschichtigen gesellschaftlichen und psychologischen Themen auf Augenhöhe zu kommen und in der Auswahl der Stücke eine glückliche Hand zu behalten. Einen neuen Spielplan zu gestalten bedeutet jedesmal wieder eine Leiter zu besteigen, von der man nicht weiß, ob sie an der richtigen Wand lehnt.
Unser Ziel war es seit jeher, große Klassiker- und Filmstoffe intelligent zu bearbeiten und in modernen, körperbetonten Inszenierungen zu präsentieren, die sich harmonisch in das traumhafte Ambiente des Theatergartens einfügen. Dieser Philosophie sind wir bis heute treu geblieben. Vielleicht liegt darin der Grund, weshalb man uns, aller Konkurrenz zum Trotz, nach wie vor ein „Alleinstellungsmerkmal“ in Ludwigsburg und Region zuschreibt. Wir freuen uns jedenfalls sehr über das ungetrübte Interesse von Publikum und Presse an unserem Stil und unserer Art, Theater zu machen.
In den letzten Jahren haben wir uns verstärkt populären Filmstoffen zugewandt. Mit Woody Allens „Purple Rose of Cairo“ und Wim Wenders‘ „Himmel über Berlin“ konnten zum Auftakt gleich zwei erfolgreiche deutsche Erstaufführungen künstlerisch und konzeptionell Akzente setzen. Diesen Weg werden wir fortsetzen – es gibt noch viele Film-Klassiker, die auf ihre Entdeckung für die Freilichtbühne warten.
In der Balance zwischen Roman-Bearbeitungen, populären Filmstoffen und zeitlosen Theatersommer-Klassikern wie „Sommernachtsträume“, „Diener zweier Herren“ oder „Was ihr wollt!“, sowie den Aufführungen im Kinder- und Familientheater werden wir auch weiterhin spannendes Theater für ein denkbar breit gefächertes Publikum anbieten. Und es ist ein treues und neugieriges Publikum, aus unterschiedlichsten Menschen aller Generationen, die sich im Sommer aufmachen, um Theater à la Theatersommer unter freiem Himmel zu erleben. Sie alle laden wir ein, jedes Stück neu zu genießen, sich packen zu lassen, sich zu vergnügen – und dabei immer auch einen „theatralischen“ Blick auf sich selbst und unsere Gesellschaft zu werfen.
Unser künstlerisches Profil aus anderen Blickwinkeln
Eine unvergleichliche Theater-Philosophie
(…) Die künstlerische Leitung um Christiane Wolff und Peter Kratz hat es seit 1991 mit ihrem Team immer wieder verstanden, die Freunde des Freilichttheaters aufs Neue zu überraschen und mitzunehmen auf die Reise ihrer unvergleichlichen Theater-Philosophie. Da verwandeln sich große Klassiker- und Filmstoffe zu eigenwilligen Aufführungen, die die Besucher neugierig machen, verblüffen, mitreißen, begeistern und niemals gleichgültig lassen. Damit gelingt es den Verantwortlichen des Theatersommers, regelmäßig durchschnittlich 10.000 Besucher pro Spielzeit nach Ludwigsburg in die traumhafte Umgebung des Cluss-Gartens zu locken. Das ist eine bravouröse Leistung! Doch nicht nur hier hat der Theatersommer wertvolle Akzente gesetzt. Vor zehn Jahren öffnete im Cluss-Garten ebenfalls das Kinder- und Familientheater. (…)
Man ist also versucht zu sagen, dass das Team um Christiane Wolff und Peter Kratz Zuschauer aller Altersklassen anlockt, von den Kindern bis zu den Senioren ein Publikum anspricht, von dem in dieser Breite viele Kulturanbieter nur träumen können.
Werner Spec – Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg -
(Auszug aus dem Grußwort zur Jubiläumsspielzeit 2010)
Schauspielkunst – frisch und modern, anspruchsvoll und unterhaltsam
(…) Der Theatersommer Ludwigsburg hat sich zu einem kleinen, aber besonders feinen Juwel der Festspiellandschaft Baden-Württembergs entwickelt und kann auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Überzeugend dabei die Strategie des Theatersommers, Werke großer Klassiker für kleine Rollenbesetzungen zu bearbeiten. So hat sich der Theatersommer einen Namen gemacht – mit Schauspielkunst, die frisch und modern, anspruchsvoll und unterhaltsam dargeboten wird. Die Aufführungen des Kinder- und Familientheaters bereiten insbesondere dem jungen Publikum unvergessliche Momente und wecken mit bezaubernden Geschichten das Interesse am Theater. Aus Sicht des Landes ist dieses Engagement im Bereich der kulturellen Bildung überaus wertvoll. Kindern das Erleben von Kunst und Kultur zu ermöglichen und ihre Begeisterung für Theater, Tanz, Musik, Malerei, Literatur und alle weiteren Spielarten der Kunst zu wecken, dies zählt zu den wichtigsten Anliegen der baden-württembergischen Kulturpolitik.
Grußwort des Ministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg zur Jubiläumsspielzeit 2010
Freilichttheater auf der Höhe der Zeit!
Freilichttheater? Heißt das: unkonventionelle Inszenierungen, schlechte Schauspieler und manchmal schlechtes Wetter, weswegen man einen Anorak mitschleppen sollte? Die Frage muss man gerechterweise mit „manchmal, aber nicht immer“ beantworten. Was den Ludwigsburger Theatersommer angeht, stimmt bloß Letzteres. Ansonsten agieren hier professionell ausgebildete Darsteller, und die Inszenierungen fetzen mächtig. Das ist das Markenzeichen der Theater-Macher Peter Kratz und Christiane Wolff. Und wer einmal angesteckt wurde von dem ganz eigenen Stil der beiden, der freut sich jedes Jahr auf die Theatersommer-Premieren. Allein schon des Spielorts wegen, der immer schöner wird. Das Foyer im Freien wirkt mit Tischlein und Wäldchen wie die Bühne eines Tschechow-Stücks. Ein Ort wie nicht von dieser Welt, doch die Produktionen in diesem wunderbaren Garten sind stets absolut von dieser Welt. „Wir wollen einmal im Jahr das ganz Besondere machen“, sagt Peter Kratz. Ohne Frage haben sich Christiane Wolff und Peter Kratz mit ihren Produktionen den Ruf erspielt, Freilichttheater zu machen, das auf der Höhe der Zeit ist. Zu erleben ist rasantes Körpertheater mit viel Futter fürs Auge und mit einem ganz eigenen, couragierten Zugriff, der den Klassikern Spannendes zu entlocken vermag. - Stuttgarter Zeitung -
Eines der profiliertesten Freilichttheater des Landes
Möchten Sie intelligentes und gleichermaßen witziges Theater in unvergleichlich schöner Atmosphäre erleben? Dann hereinspaziert! (…) Originelle und aus dem Bewusstsein heutiger Zeitgenossen erzählte Bearbeitungen klassischer Stücke sind die Spezialität des Theatersommers Ludwigsburg. Hand aufs Herz, wer hätte gedacht, dass aus einem kleinen Theaterexperiment in einem verwilderten Garten, einmal eines der profiliertesten Freilichttheater des Landes werden würde?
- Ludwigsburger Kreiszeitung -








