“Sehenswert, wortwitzig und lustig. Gute Unterhaltung!” – Stuttgarter Zeitung – 

CYRANO
frei nach Edmond Rostand

Regie: Peter Kratz
Bühnenbild: Enno Craiss
Kostümbild: Julia Schnittger
Mit: Mirjam Birkl, Marius Hubel, Andreas Klaue, Sina Peris, Annette Potempa

Premiere: Mittwoch, 15. Juli 2020 um 20 Uhr (weitere Vorstellungen bis 9. August siehe Spieltermine)

Alles begann schon im 17. Jahrhundert: mit Savinien Cyrano, dem echten, seines Zeichens Dandy, Haudegen, Denker, Freigeist und überdies Autor von science-fiktionären Romanen – voll utopischer Reisen, lange vor Jules Verne. Zu früh! Fast zweieinhalb Jahrhunderte mussten verstreichen, dann ging es erst richtig los. Im Jahr 1897 stellte Edmond Rostand seinen Cyrano in Paris auf die Bühne, als romantischen Helden und zu diesem Zweck mit passend überarbeitetem Lebenslauf, samt Etikett „de Bergerac“. Die Epoche der Romantik war zwar streng genommen vorbei, doch für richtige romantische Helden ist es nie zu spät! Rostands Bravour-Drama ging bereits mit der Premiere durch die Decke, brachte seinem Autor Orden und Ehre und bleibt bis heute das meistgespielte französische Theaterstück aller Zeiten. Rostands Cyrano erreichte somit mehr, als der historische Cyrano es sich zu Lebzeiten – bei all seiner Phantasie – hätte träumen lassen: Weltruhm und legendären Status als hässliche Langnase und tragisch Liebender, als Fechtkünstler und unsterblicher Verseschmied.

Im Jubiläumsjahr war es nun höchste Zeit, Cyrano endlich in den Theatersommer einzuladen. Nicht ohne ihm Bedingungen zu stellen: Verständliche Sprache, Monsieur! Mantel und Degen mitbringen? Ja, aber zeitgemäß neu definiert, s’il vous plaît. Degen blank also und Bühne frei für viel Augenzwinkern, Rollenspiel und turbulente Wortgefechte! 

 Story – Inhalt

Das Theater leuchtet: Cyrano de Bergerac hat gleich Premiere, die Akteure treffen ein. Christian, jung und hübsch, soll seine erste große Rolle spielen. Doch der Weg ins Rampenlicht ist mit Unsicherheiten gepflastert. Aus der Provinz, aha, so plötzlich in die große Welt? Hier sind Plauderei, Geist und jede Menge Esprit gefragt. „Mach den Mund auf!“ ist leicht gesagt, seine Zunge bleibt bleiern … Besonders Damen anzusprechen fällt Christian schwer. Weshalb er ausgerechnet bei der reizvollsten kein Wort herausbringt: Roxane ist jung und hübsch wie er – aber ganz anders. Geborene Schauspielerin! Strahlende Erscheinung. Bewegt sich wie am Laufsteg aufgewachsen, und „Pfirsichblüte“ ist ihr zweiter Vorname. Außerdem besitzt Roxane ein Restaurant, geerbt von ihrem Vater Ragenau. Dessen Freund durch dick und dünn wiederum war Cyrano, einst unglücklich verliebt in Madeleine, die aber Ragenaus Frau und Roxanes Mutter wurde. Cyrano schwebt ein Update vor: Statt der einstigen „Pfirsichblüte“ hätte er gern die aktuelle, Roxane! Doch der langnasige Degenheld, Dichter und Lebemensch ist über die Jahre nicht attraktiver geworden, nur älter. Cyranos Rolle heißt „Roxanes väterlicher Freund“, basta. Um so mehr schmerzt es, zuzusehen, wie Christian und Roxane das Liebespaar geben sollen. Schlimmer noch, Cyrano muss – Sprachfertigkeit verpflichtet – den beiden jungen Leuten helfen. Da hat gerade noch Graf Guiche gefehlt: Der großspurige Produzent nimmt zielsicher die junge Schauspielerin ins Visier, #MeToo lässt grüßen. Es reicht! Der väterliche Freund, schlagfertiger denn je, läuft zur Form seines Lebens auf …