Die Blechtrommel
von Günter Grass
Theaterfassung: Oliver Reese

Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH

Inszenierung: Peter Kratz
Bühne: Enno Craiss
Kostüm: N.N
Es spielt: Bernhard Linke
Musik: Josephine Tancke
(Sound-Noise-Voice-Live)

PREMIERE: Mittwoch, 12. August 2020 – weitere Termine siehe Spieltermine

Wegen der Pandemie-Vorschriften mussten, wie bekannt, viele Spieltermine entfallen. Andere haben sich verschoben – was wiederum neue Zeitfenster öffnet. Der Theatersommer ergreift kurz entschlossen die Chance, einen zusätzlichen Titel in den Spielplan aufzunehmen: Oliver Reeses Bearbeitung der „Blechtrommel“ als Solostück. Der jetzige Intendant des Berliner Ensembles hat den Roman-Klassiker von Grass so überzeugend auf die Bühne gebracht, dass seine Fassung inzwischen weltweit Erfolge feiert. Dem Theatersommer kommt unübersehbar die pointierte Form entgegen, auf die das weit verzweigte Geschehen des Originals konzentriert wird. Die Ludwigsburger Inszenierung würzt die Dynamik des Dramas mit zwei haustypischen Zutaten: Zum einen wird der Blechtrommler durch Live-Musik begleitet. Zum anderen materialisiert sich an Oskars Seite ein Alter Ego, das erzählerische Resonanzräume eröffnet und bühnenwirksame Perspektivwechsel möglich macht.

ZUM INHALT

Oskar Matzerath: ein Name wie ein Gewittersturm. Unerhört, unbändig, unbequem – das sonderbare frühreife Kind Oskar treibt und trommelt all die scheinbar Erwachsenen vor sich her. Seines Zeichens „hellhöriger Säugling“, bleibt der Held aus freiem Entschluss klein wie ein Dreijähriger. Scharfzüngig geht er mit der Gesellschaft vor dem Krieg, während des Krieges und nach dem Zusammenbruch ins Gericht. Das Energiebündel Oskar verschleißt dabei eine Blechtrommel nach der anderen, und seine schneidende Stimme lässt Glas splittern. So kristallklar wie leidenschaftlich durchleuchtet der luzide Oskar zugleich seine eigene Familiengeschichte; er fördert Skurriles, Menschliches und Abgründiges zutage. Wie immer im Theatersommer spielt auch der Garten einen Part: Die Spannungslinien des Stücks verbinden sich mit der Naturkulisse zu einem überraschenden, poetischen, berührenden Theatererlebnis unter freiem Himmel.