PENSION SCHÖLLER – ein Käfig voller Narren?  frei nach Wilhelm Jacoby und Carl Laufs
Inszenierung: Christiane Wolff
Kostüme: Katharina Müller
Bühne: N.N.
Mit: Rainer Appel, Diana Gantner, Claudia Grottke, Philipp Leenders, Frank Watzke
Premiere: Mittwoch, 9. August 2017 weitere Vorstellungen bis So. 3. September 2017 (siehe Spieltermine)

Der Schwank im Aufschwung: Einst waren Komödien wie Pension Schöller ebenso präsent wie populär, bevor sie zu Zeiten des kritischen Theaters in Ungnade fielen. Doch die Berührungsängste scheinen Vergangenheit. Nach Zwischenlandungen auf der Kinoleinwand erobert sich die klassische Klamotte mit Genuss ihre Bühne zurück. Das alte Erfolgsstück Pension Schöller wurde nicht weniger als neun Mal verfilmt – unter anderem mit Willy Millowitsch und Harald Juhnke – , es wartete förmlich auf sein Revival der besonderen Art.

Nun kommt dieser Riesenspaß typisch verdichtet, frech und leidenschaftlich aufgefrischt im lockeren Gewand auf die Bretter des Theatersommers und setzt überraschend neue Akzente. Wie verrückt ist es eigentlich, vom Leben begeistert zu sein, Phantasie, Humor und Träume zu haben? Anders zu sein als manche Menschen, die in ihrem grauen Alltag stecken, ist das schon verrückt? Zugegeben, wahnsinnige Begeisterung erzielt bisweilen schräge Wirkungen und löst bei „vernünftigen“ Zeitgenossen auch Abwehrreaktionen aus. Aber sollten wir nicht alle von Zeit zu Zeit ein bisschen wahnsinnig sein? Das kann irre Spaß machen! Wie langweilig wäre es, wenn niemand ein klein wenig verrückt wäre! Während sich nun trefflich streiten lässt über die Grenzlinien zwischen dem normalen und dem „Ver-rückten“, bleibt eines klar: Ohne einen kleinen Schuss schöpferischen Wahnsinn und eine große Portion Humor wäre das Leben nur witzlos, unerträglich und meist entsetzlich gleichförmig. In Pension Schöller entsteht fast nebenbei aus allen Witzen und Pointen ein höchst anregendes Geflecht genussvoller Hoppla-Fragen über uns selbst und das Leben an sich.

 STORY - INHALT

Der reiche und frisch gebackene Rentner Ladislaus Klapproth hat ein Riesenproblem, seine Langeweile. Er sehnt sich nach aufregenden Erlebnissen. Da fügt es sich wunderbar, dass Klapproths Neffe Alfred auf seine Kosten Medizin studiert und Nervenarzt werden will. Es wäre doch äußerst ehrenhaft und vergnüglich, den angehenden Dr. Alfred zu fördern und ihm eine private kleine Klapsmühle zu kaufen! Alfred verfolgt zwar heimlich viel verrücktere Ziele, aber das Geld des Onkels hat er schon fest eingeplant. Zu dumm ist nur: Klapproth will erst investieren, wenn er die künftige Klapse inspiziert hat. Neffe Alfred kann seinem Onkel diesen Wunsch nicht abschlagen. Er muss ihm folglich eine Handvoll Verrückte liefern, sonst wird der Geldhahn zugedreht.

Jetzt ist guter Rat teuer! Bis Alfreds Schwester Franzi, kaum eingeweiht, eine geniale Idee entwickelt. Die Pension Schöller, in der Alfred wohnt, beherbergt eine Schar bunter Vögel, sonderbare, kreative Zeitgenossen, nicht wahr? So wahnsinnig begeisterte und passionierte Spinner, dass man sie ohne Weiteres für verrückt verkaufen kann, samt der „Anstalts“-Leiterin Frau Schöller! Alfred schärft seinem Onkel ein, sich nur ja nichts anmerken zu lassen und die „Patienten“ wie normale Menschen zu behandeln. Klapproth tut’s und beginnt sich, ganz nach Plan, königlich zu amüsieren. Doch rasch wachsen ihm die turbulenten, höchst lebendigen „Verrückten“ über den Kopf. Alles geht äußerst vergnüglich drunter und drüber, Alfred begegnet überraschend seiner großen Liebe, der Onkel flieht in sein sicheres Zuhause – und alle vermeintlich Verrückten hinterher …