FAUST UND SEINE SPANNENDEN RÄTSEL
„Fantasie, die Hauptwürze des Theatersommers durch alle Jahre und theatralen Abenteuer, macht auch diesen Abend wieder zum Erlebnis. Das Wagnis gelingt, weil Kratz ein Händchen dafür hat, auch solch schwierige Szenen und Texte leicht zu machen, sie auf die Ebene des verwunschenen Gartens zu transponieren, auch das Rätsel, dass sich bei dieser Aufführung so manchem stellt, bunt und farbenfroh zu machen. Das prima Ensemble, vielleicht eines der homogensten und auf Augenhöhe arbeitenden Ensembles der Theatersommer-Geschichte ist schon bei dieser Premiere glänzend aufgelegt.
Wer sich das Stück anschaut, und das sollte man in jedem Falle tun, muss auch die Warnung beachten, den Goethe’schen Faust erstmal aus dem Kopf zu verjagen. Nur dann ist Platz für diesen so modernen, diesen aktuellen, diesen parodistischen Faust, nur dann findet man Zugang zu Schwabs Denk- und Sprechweise. Als dekonstruktiv wurde dieses von Schwab als „Coverdrama“ bezeichnete Stück gerne eingestuft, aber das trifft kaum zu, wie die Kratz’sche Fassung zeigt. Denn es wird nichts primär zerstört, die Handlung und die Personen vielmehr wandeln sich.
. – Ludwigsburger Kreiszeitung –

UNTERHALTSAM UND KURZWEILIG
Das Stück ist unterhaltsam und kurzweilig. Und das ist das Verdienst der Inszenierung durch Peter Kratz. Das Spiel der fünf Darsteller ist eine Augenweide. Andreas Klaue als Faust ist das Zentrum von allem. Selbst in den aberwitzigsten Momenten beherrscht er das Territorium. Eine Höchstleistung, was Klaue mit dieser Rolle macht. Bernhard Linke wieselt katzengleich als Mephisto oder als falsche Schlange über den Laufsteg. Christine Last spielt ein emanzipiertes, aber sehr weibliches Gretchen. Schrill und auffallend ist Bernadette Hug als Marthe. Stefan Roschy trägt sein schweinchenrosa Kostüm, als würde er nie etwas anderes anziehen. Schrill und skurril ist das Stück.“ – Bietigheimer Zeitung –

EINE THEATERSOMMER-PRODUKTION WIE MAN SIE KENNT UND LIEBT
„Der bekannte Urstoff von Johann Wolfgang von Goethe, der in zu Zitaten gewordenen Versen dahinfließt, wurde im schwabschen Studierzimmer in ein Stück für Dadaisten und andere Sprachanarchisten verwandelt. Höfliche Goethe-Verehrer würden zur schwabschen Destillation sagen: mutige Sache! Das Geistige, es ist noch spürbar, doch die Parodie ist schon krass. Das muss man mögen, und man wird es auch, zumal wenn es so wundervoll gespielt wird, wie in Ludwigsburg. Der Theatersommer-Regisseur und Autor Peter Kratz, der Schwabs Wortdestillat ein zweites Mal, allerdings sehr sanft, durch den Brenner gejagt hat, erlaubte sich in der Vorbereitung gewisse Freiheiten. Er würzte Schwabs „Goethe- Zerquetschung“ (Zitat: Helmut Schödel, Die Zeit) mit bekannten Zitaten aus dem originalen „Faust“. Die Wiederhörensfreude beim Publikum ist entsprechend groß. Einhören ist wichtig! Doch sobald man sich eingehört hat, sobald die Szenen bunter werden, wie in Auerbachs Keller und in der erotisch aufgeladenen Telefonzelle, die den Begriff Telefonsex völlig neu definiert, wird dieser Ludwigsburger „Faust“ zu einer Theatersommerproduktion, wie man sie kennt und liebt. “ – Ludwigsburger Wochenblatt-

OHNE REIZ IST DAS NICHT
Die Hauptdarstellerin ist fraglos die Sprache. Ein paar Zitate aus dem Original sind leicht erkennbar, alles andere ist Schwab, der in seinen eigenen Formulierungen den Hochton Goethes meisterhaft trifft. Bestechend sind Schwabs sarkastische Wortschöpfungen. (…) Peter Kratz hat Schwabs Drama mit viel Körperkomik inszeniert. Es scheint, als existierten die Personen nur noch im Sprechen, im meistens wütend aggressiven Gegeneinander. Ohne Reiz ist das nicht. – Stuttgarter Zeitung –