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Eine tolle Inszenierung! Locker gelingt der Spagat zwischen blutrünstigem Drama und einem mit viel Komik gefüllten Stück 
Am Ende des turbulenten Abends darf man feststellen, dass es Kratz in seiner tollen Inszenierung wieder einmal gelungen ist, alle zu überraschen. Locker gelingt ihm der Spagat zwischen dem blutrüstigen Drama und einem mit viel Komik gefüllten Stück. (…) Spaß und Tiefgang, der Spagat ist gelungen, denn auch die Motivation der Figuren wird deutlich, am Ende gibt es auch Tote, ohne die geht es bei Shakespeare auch nicht, aber das Sterben findet dezent statt. Was allerdings bleibt, ist auch die Erkenntnis, dass die Menschen heute und schon immer getrieben sind von der Gier nach Macht und Besitz, wohlbegründet zwar aber schlussendlich immer dominierend.

Fein gezeichnet sind alle Figuren, gewandet in die fantasievollen Kostüme von Lisa Nickstat, alle haben ihre spezielle Komik, aber auch ihren Charakter, ihre Widersprüche, sie sind somit auch individuell spannend und lustvoll in ihrem Treiben zu verfolgen. Womit wir beim spielfreudigen Ensemble sind, das wirklich hervorragend harmoniert und so die Ideen von Peter Kratz auch großartig umsetzt.

Da ist Andreas Klaue, in der Rolle des Lear in Kilt und poppigem Pullover einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt, der nicht nur die Wandlung vom müden Machthaber zum senilen, frustrierten Greis so herrlich verinnerlicht zu haben scheint, sondern auch das ganze Geschehen schauspielerisch zusammenhält. Wieder eine Klasseleistung! Da ist Marius Hubel, der vor allem in der Rolle der Gräfin Gloucester glänzt und so der doppelten Wendung, die ursprüngliche Rolle des Grafen in eine weibliche umzuwandeln und die wiederum durch einen Mann spielen zu lassen, so viel Drive verleiht, dass er auch darstellerisch zu einer zentralen Figur der Inszenierung wird – und er damit vielleicht seine bisher beste Leistung beim Theatersommersommer zeigt. Auch Bernhard Linke, der sich mit der Rolle von Gloucesters Bastardsohn Edmund dort wiederfindet, wo er auch außerhalb des Theatersommers häufig besetzt wird, nämlich in der Rolle des Bösewichts, darf mehr zeigen als nur das Bösesein, er geistert durch die Handlung und treibt auf perfide Art sein Unwesen und er tut das so innig, dass es einfach auf der ganzen Linie überzeugend ist. Zu den drei bestens aufgelegten Herren, die man schon als alte Theatersommerkämpen bezeichnen darf, kommen in diesem Jahr zwei Schauspielerinnen, die sich in seltener Manier nicht nur rasch an die doch spezielle, körperbetonte Spielweise des Hauses angepasst haben, sondern die ebenso mit höchster Spielfreude zum Gelingen beitragen.  Kristin Hansen schafft es mühelos, so unterschiedliche Rollen wie die der verstoßenen Tochter Cordelia und des ebenfalls um seine Ansprüche gebrachten ehelichen Gloucestersohnes Edgar in Sekundenschnelle zu wechseln und jeder von ihnen ein völlig neues Gepräge zu geben. Wie Claudia Roick, die in der Rolle der Zwillingsschwestern Goneril und Regan geradezu aufgeht, sie prall und lebensnah präsentiert, sie beide entweder per Bildschirm, wo sie ganz aktuell und leicht verschnupft mit Maske kokettiert: „Ich bin grad in Quarantäne“ oder per Bäumchenwechsle-dich-Spiel gar beide zugleich auf die Bühne bringt. Und dass sie, im Rahmen einer ebenfalls sehr subtilen Musikauswahl, gegen Ende sogar noch Live im Stile einer Operndiva Purcells Frost-Arie beisteuert, ist ebenfalls ein kleines Highlight dieses so abwechslungsreichen Abends. – LKZ – 

Bunt und frech! Das hintersinnige Freilichtvergnügen kann beginnen
Ein freches, buntes, temporeiches und mit schwarzem Humor gespicktes sommerleichtes Stück. Eine weitere Erfolgsgarantie ist das Darsteller-Quintett. – Stuttgarter Zeitung – 

Ein Theaterereignis – Shakespeare im Grünen
Regisseur Peter Kratz hat „König Lear“ gestemmt und zu einem Theaterereignis gemacht. „Lear“ ist bei allen Stärken (wie der Humor, der aufblitzt) und keinen Schwächen, eine intelligente Abendveranstaltung, die zum Nachdenken anregt.– Ludwigsburger Wochenblatt –  

Shakespeare Sprache leuchtet!
Schräge Kostüme! (…) Musik von Pop bis Purcell unterfüttert das Bühnengeschehen. Und Shakespeares Sprache leuchtet. Manchmal wirkt sie erschreckend gegenwärtig: „Es scheint, die Zeiten werden wieder grausam.“ (…) Die Inszenierung kommt bunt, heiter und mit viel Komik daher! – Stuttgarter Nachrichten –