Stadt der Träume
frei nach Motiven aus Javier Tomeos „Die Taubenstadt“, Federico Fellinis „Buch der Träume“
und Italo Calvinos „Die unsichtbaren Städte“

Inszenierung: Peter Kratz
Kostüme: Pina Sophia Starke
Bühne: Enno Craiss
Mit: Andreas Klaue, Anja Barth
Premiere: Dienstag, 26. Juni 2018, weitere Vorstellungen bis Di. 24. Juli 2018 (siehe Termine)
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: „LUDWIGSBURG 300 Jahre – Stadt werden!“

Inspirationsquelle für dieses vom Surrealismus geprägte humorvoll-poetische Theaterprojekt ist Federico Fellinis „Buch der Träume“. Die Welt, die der große italienische Regisseur in seinem Traum-Buch entstehen lässt, steht seinen schillernden Filmen in nichts nach: Sie steckt voller Bilder, die verzaubern, und voller Texte, die amüsieren. Eine wunderbare Entsprechung finden Fellinis Traumgemälde in Italo Calvinos Literatur-Klassiker „Die unsichtbaren Städte“, in denen der Autor auf unerhörte Weise fantastische Traumstädte entstehen lässt.

Im Zentrum des Geschehens steht jedoch die Idee von Javier Tomeos Roman „Die Taubenstadt“ – einer Geschichte, die viel zu absurd ist, um nicht wahr zu sein. Eine Stadt, gestern noch voller Lärm und lästigem Leben, ist plötzlich ausgestorben. Alle Bewohner sind wie durch Geisterhand über Nacht spurlos verschwunden. Nur einen einzigen Menschen hat man zurückgelassen. Soll das ein schlechter Scherz sein? „Was habe ich getan, um eine solche Einsamkeit zu verdienen?“ grübelt er beklommen. Doch kaum hat er beschlossen, seine radikale Vereinsamung mutig zu ertragen, muss er feststellen, dass er doch nicht ganz allein ist. Eine „winzige Armee“ von Tauben rückt in Dreierkolonnen aus einem Hinterhalt hervor, um „mit energischen Nickbewegungen“ ihren Herrschaftsanspruch in der ungemütlichen Idylle anzumelden. Angeführt wird die geheimnisvolle Taubenarmee von der Reinkarnation einer Filmdiva, die mit der Hauptfigur der Geschichte eine alte Rechnung zu begleichen hat.

Stadt denken unter freiem Himmel
Mit „Stadt der Träume“ und „Die Wand“ begibt sich der Theatersommer auf eine spannende Forschungsreise: Die beiden Inszenierungen setzen sich auf theatralisch-humorvolle und poetische Weise mit unserem städtischen Leben auseinander. Das Freilichttheater als Rahmen verstärkt die Wirkung beider Stoffe auf ganz besondere Weise zu einem neuen, intensiveren Theatererlebnis.

Eine weitere interessante Komponente erhält das Theaterprojekt durch die unterschiedlichen inszenatorischen Handschriften der beiden Regisseure und künstlerischen Leiter des Theatersommers, Christiane Wolff und Peter Kratz.