In Vorbereitung:
Theatersommer Ludwigsburg 2021
23. Juni bis 18. September 2021

Mehr zur Spielzeit 2021

Große Bühne:
DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN von Peter Handke / ab 23.6. -24.7.2021
DIE BLECHTROMMEL von Günter Grass / ab 10.8. – 28.8.2021
HOW TO DATE A FEMINIST von Samantha Ellis / ab 31.8. – 18.9.2021

Rondell- Bühne:
ORLANDO nach Virginia Woolf / ab 27.7. – 7.8.2021
(im Rahmen des Sonderprogramms Reality-Close-Up)

Kinder- und Familientheater:
PIPPI LANGSTRUMPF von Astrid Lindgren / ab 24.7. – 28.8.2021

Sonderprogramm: REALITY CLOSE-UP
RECLAIMING SPACES – Architektur – Design-  Szenografie – Der Theatergarten neu gestaltet –
ALL OF THIS WAS TRUE – Ausstellung – Die Plakatkunst des Theatersommers –
SPÄT-SPEKTAKEL:
DIE NÄCHTE SIND NICHT FÜR DIE MENGE GEMACHT -Theater-Musik -Performance-
YOUNG-ARTIST-PROGRAMM – Orlando von V. Woolf –

 Spielzeit-Bilanz 2020

Theatersommer Ludwigsburg ist dieses Jahr das spielfreudigste Freilichttheater Deutschlands

Der Theatersommer kann auf eine wahrhaft bewegte Jubiläumsspielzeit 2020 zurückblicken. Die Erleichterung und die Freude sind groß, die Herausforderungen des schlimmen Corona-Jahrs so gut gemeistert zu haben. Ein schöneres Geschenk konnte es zum 30. Geburtstag des Theatersommers nicht geben. Und wir gestehen: Wir sind auch ein bisschen stolz. Denn trotz intensiver Recherchen ist es uns nicht gelungen, ein deutsches Freilichttheater aufzuspüren, das eine ähnliche lange Saison mit vergleichbar vielen Vorstellungen vorweisen kann.

Über zwei Monate hinweg wurde beinahe täglich gespielt – mit phasenweise bis zu 12 Vorstellungen in der Woche. Insgesamt besuchten nahezu 5.000 Zuschauer*innen  66 Vorstellungen auf den drei Bühnen im Theatergarten. Aufgrund des stark eingeschränkten Platzangebots von 50 bis 85 Plätzen waren alle Vorstellungen schon weit im Voraus und innerhalb kürzester Zeit restlos ausverkauft.

Mit gleich drei Premieren und einer Wiederaufnahme war der Theatersommer ein erhebliches Risiko eingegangen – und darf sich im Rückblick über ein Happy-End freuen. Denn das Bedürfnis und die Nachfrage nach Kultur und Theater waren riesig, die Dankbarkeit der Besucher*innen für das Programm 2020 quasi mit Händen zu greifen.

Im Vorfeld wurde ein überzeugendes Sicherheitskonzept erarbeitet, das bis zum Ende der Spielzeit von einem engagierten Team konsequent umgesetzt wurde. Publikum und Sponsoren zeigten sich in vielfältiger Weise solidarisch und hilfsbereit. Neben Geldspenden brachten viele Zuschauer immer wieder durch Mails oder in Gesprächen zum Ausdruck, wie wichtig ihnen der Theatersommer als Kulturinstitution gerade in diesen Zeiten ist.

Auch wenn das Hin und Her in der Vorbereitungszeit mehr Kraft und Nerven gekostet hat als die eigentliche Inszenierungsarbeit: Mit den beiden Premieren von CYRANO und DIE BLECHTROMMEL im Abendspielplan unterstrich Intendant Peter Kratz den unverändert hohen künstlerischen Anspruch des Theatersommers. Die modernisierte Fassung von Rostands Theaterklassiker CYRANO kam ebenso gut an wie das musikalisch erweiterte Solo DIE BLECHTROMMEL nach dem Roman von Günter Grass. Presse und Publikum zeigten sich gleichermaßen begeistert.

Im Kinder-und Familientheater konnte die langjährige Theatersommer-Schauspielerin Diana Gantner mit ihrer ersten Inszenierung von PIPPI LANGSTRUMPF voll und ganz überzeugen. Mit Fantasie, Tempo und einem glänzend aufgelegten Ensemble wurden so die Weichen für die Zukunft des Kindertheaters gestellt.

Zum Schluss der Spielzeit trugen die ausnahmslos ausverkauften Vorstellungen von HOW TO DATE A FEMINIST – dem Komödienerfolg der Spielzeit 2019 – mit dazu bei, dass der Theatersommer auch unter finanziellen Gesichtspunkten einigermaßen glimpflich davongekommen ist. Mit drastischen Einsparungen, Gehaltsverzicht und Kurzarbeitergeld ist es jedenfalls gelungen, die Spielzeit ohne ein existenzgefährdendes Defizit abzuschließen.

Trotzdem fällt es nicht leicht, nach dieser stark beeinträchtigen 30. Jubiläumssaison Bilanz zu ziehen. Die Zuschauerzahlen lassen sich aufgrund des um 65 bis 70% reduzierten Platzangebots nicht mit denen der letzten Jahre vergleichen. Besuchen in einer normalen Spielzeit mehr als 7.000 Zuschauer*innen allein das Kinder- und Familientheater, war in dieser Saison gerade einmal Platz für ca. 1.000 Besucher*innen. Zudem ließ sich aufgrund der Corona-bedingten kürzeren Spielzeit ein beträchtlicher Teil des Abendspielplans nicht realisieren. Das teilweise schon fertig umgesetzte Jubiläumssonderprogramm REALITY CLOSE-UP musste komplett verschoben werden.

Es bleibt die Hoffnung auf die kommende Spielzeit 2021! Einige Eckpunkte stehen bereits. Denn natürlich will der Theatersommer die Chance nutzen, Inszenierungen und Projekte wiederaufzunehmen, die dieses Jahr nur von einem kleinen Publikum gesehen werden konnten. Im Kindertheater können sich so Tausende von Schulkindern und Familien auf die Aufführungen von PIPPI LANGSTRUMPF freuen. Ebenso wird die gefeierte BLECHTROMMEL erneut auf dem Spielplan stehen. Vor allem aber kann sich das Publikum auf die künstlerische Linie des Theatersommers verlassen: Auch künftig werden Peter Kratz und das Theatersommer-Team nicht nur auf Unterhaltung setzen, sondern den Zuschauer*innen spannende, gesellschaftlich relevante Themen und ein breit gefächertes Programm bieten. 

 30 Jahre Theatersommer

Wie im Drama – alles anders!

30 Jahre Theatersommer Ludwigsburg + 20 Jahre Kinder- und Familientheater = Jubiläumsspielzeit 2020

Kaum überraschend: Nicht alles, was geplant war, wird im Sommer zu sehen sein. Doch die gute Nachricht ist, der Theatersommer 2020 kann stattfinden – nachdem die gesamte Spielzeit in Gefahr zu sein schien. Sie wird nun anders aussehen. Die Jubiläumssaison steht im Zeichen der Corona-Auflagen, und ausgerechnet das Sonderprogramm REALITY CLOSE-UP  muss verschoben werden. Aber wir können spielen, auf allen unseren Bühnen, und darüber freuen wir uns sehr!

Jubiläum? Das heißt Theater Drei-Null: Unglaubliche dreißig Jahre ist es her, dass der Theatersommer mit „Venus, Adonis und der Eber“ im damaligen Cluss-Garten gestartet ist. Die rund tausend Zuschauer der ersten Spielzeit haben sich munter vermehrt, heute sind es aus allen Altersgruppen zusammen stabile 16.000 bis 18.000 jährlich. „Drei-Null“, so hat der Theatersommer auch die Wette auf die entscheidenden Zutaten gewonnen, die den Erfolg bringen sollten. Erstens, die Menschen auf und hinter der Bühne, ihre Energie und ihre Ideen für immer wieder neue und überraschende Theater-Kreationen. Zweitens, das ebenso genussfreudige wie treue Publikum, das voller Neugier eine Menge Entdeckungen miterlebt hat. Drittens, natürlich, der Garten: eine Persönlichkeit von Anfang an, die sich bis heute bei jeder einzelnen Aufführung auf einmalige Weise präsent zeigt.

Doch halt, was wird hier eigentlich gespielt? Sehr, sehr vieles! Es kamen Shakespeares und Molières in Fülle, dazu zahllose weitere Klassiker, bis hin zu den Räubern und den neu besungenen Nibelungen. Die Filmgeschichte war gern gesehener Gast, mit Purple Rose of Cairo, Harry und Sally oder Harold and Maude. Beckett fand Gefallen an der Rondell-Bühne, Frankenstein und Faust und Steppenwolf gaben sich die Ehre. Hallo, das Schwarzwaldmädel, und Servus Im Weißen Rössl. Haben wir etwas vergessen? Beinahe, denn das „Drei-Null“ umfasst noch ein zweites Jubiläum! 20 Jahre Kinder- und Familientheater verzauberten mit Urmel, Pettersoon und Findus, Ronja Räubertocher und sogar einem Tintenherz viele tausend Zuschauer-Kinder. Die „Kleinen“ mit ihren Familien und den ausgebuchten Schulvorstellungen stellen mittlerweile den stattlichen Anteil von fast 7.500 Besuchern im Jahr.

So feiern wir mit diesem Doppeljubiläum „Drei-Null“ eine Generationen übergreifende Vielfalt an Bühnen-Ereignissen. Wir feiern aber auch den Anspruch auf Innovation, der jeder einzelnen Inszenierung zu Grunde liegt. Der Theatersommer hatte sich zum Ziel gesetzt, eine ganz eigene Handschrift zu entwickeln. Daraus ist eine Art dritter Weg geworden: ein sehr plastisches, körperlich präsentes Spiel, das auf überschaubarem Raum große Emotionen entfesselt und damit sowohl die klassische Bühnenkunst als auch die oft sperrige Moderne und das Kindertheater beseelt. Ein Spiel, das sich zudem beständig neu erfindet, spannende Wagnisse eingeht. Frankenstein im großen Schädel! Die Räuber mit vier Schauspielern und Tocotronic! Denn Musik war seit jeher reichlich dabei, manchmal inklusive Steptanz oder einem Howling Wolf live an der E-Gitarre. Außerdem ein Markenzeichen im Theatersommer: Kleine Ensembles für große Stücke, dadurch rasante, regelrecht artistische Rollenwechsel. Humorvoll, interaktiv, dynamisch. Ein Theater, das die Imagination zum Schwingen bringt, das alle Sinne und alle Ebenen anspricht, immer wieder neu, für jeden Menschen und jedes Alter.

Unser 20 Jahre altes Theatersommer-Kindertheater feiert im Jahr „Drei-Null“ einen Neuanfang. Denn in der Leitung vollzieht sich gerade ein Stabwechsel, die Übergabe an die jüngere Generation. Aber leider befindet sich das Kindertheater trotzdem in einer besonderen Situation, ja möglicherweise am Wendepunkt. Die Zuschüsse haben nie ausgereicht, um die bewusst moderat gesetzten Eintrittspreise zu halten; so hat der Theatersommer die Kindersparte über die Jahre stetig aus dem Abendtheater mitfinanzieren müssen. Daher ist aktuell bedauerlicherweise noch offen, wie es mit dem Kindertheater weitergehen kann.

Unabhängig davon steckt der Theatersommer nach 30 Jahren noch immer voller Energie – und Lust auf Veränderung. Unseren Start in die kommenden 30 Jahre prägt, in aller Kürze, dies: Mehr Team, mehr Nachwuchs, mehr Querverbindungen! Wir freuen uns darauf schon sehr. Darüber hinaus sollte die Spielzeit 2020 mit einem außergewöhnlichen Jubiläums-Sonderprogramm aufwarten. Mitten in den Vorbereitungen wurde das Projekt durch Corona unterbrochen – und muss verschoben werden auf die nächste Spielzeit 2021. Das Jubiläums-Spezialitätenpaket folgt im nächsten Jahr, versprochen.

Herzlich,

Ihr/Euer Theatersommer-Team