Theatersommer Ludwigsburg – Die Saison 2017
Hohe Zuschauerzahlen – vielschichtiger Spielplan – breites Publikumsinteresse

Der Theatersommer Ludwigsburg blickt auf eine in vielerlei Hinsicht erfolgreiche Saison 2017 zurück. Obwohl die 27. Spielzeit aufgrund der späten Pfingstferien mehr als zwei Wochen kürzer war, besuchten rund 14.900 Besucher die Aufführungen – davon 8.724 Zuschauer im Abend-Spielplan und 6.117 Besucher beim Kinder-/Familien-und Schultheater. Damit erhöhte sich die Gesamtzuschauerzahl (2016: 14.669) leicht und hat sich auf das unverändert sehr hohe Niveau der letzten Jahre eingependelt. Trotz einer im Vergleich zu anderen Freilichttheatern deutlich geringeren Sitzplatz-Kapazität, steht der Theatersommer mit einer solchen Bilanz auf Augenhöhe mit vielen großen Freilichtspielen des Landes. Von insgesamt 104 Vorstellungen mussten nur acht abgesagt werden. Für Freilichttheater-Verhältnisse fiel das Wetter 2017 damit zwar recht günstig aus. Zu schaffen machten uns aber die großen Temperaturunterschiede. Auf Hitzeperioden folgten häufig herbe Temperaturstürze, die viele Zuschauer von einem Theaterbesuch abhielten.

Mit insgesamt sechs Produktionen auf den drei Bühnen im Theatergarten wurde der Theatersommer auch 2017 seinen Anspruch gerecht, ein breites Publikum mit einem vielschichtigen und niveauvollen Spielplan zu begeistern.

Auf der großen Bühne lotete der Theatersommer mit einer ernsten, modernen und gesellschaftskritischen Frankenstein-Inszenierung die Grenzen der üblichen Sommertheater-Stilistik aus, was Presse und Publikum gleichermaßen begeisterte. Die Sommerkomödie Pension Schöller punktete mit Wortwitz, Tempo und einem prächtig aufgelegtem, spielfreudigen Ensemble. Die Ränge waren stets gefüllt und die Zuschauer fühlten sich bestens unterhalten. Die Wiederaufnahme der 2016 gefeierten Nibelungen war ebenfalls hervorragend besucht und unterstrich auch in der zweiten Auflage den einzigartigen Theatersommer-Stil.

Auf der 2015 neu gebauten kleinen Rondell-Bühne für experimentelle Theaterprojekte konnten sich die Zuschauer mit Gertrude und die Steine des Anstoßes an einer spannenden Begegnung von Kubismus und Dadaismus erfreuen, in deren Mittelpunkt die Ikone der literarischen Avantgarde, Gertrude Stein, stand. Im Doppelpack mit der letztjährigen Erfolgsproduktion Familie Dada sorgte diese Symbiose aus Theater, Literatur und bildender Kunst für stets ausverkaufte Aufführungen. Das ermutigende Fazit: Neue Wege und künstlerische Wagnisse lohnen sich auch im Freilichttheater!

Im Kinder-/Familien- und Schultheater lockte ein urwüchsiger Räuber Hotzenplotz sowohl das junge Publikum als auch viele Eltern und Großeltern in seine grüne Räuberhöhle. Die Gesamtzuschauerzahl stieg im Vergleich zum letzten Jahr um rund 10% von 5.626 auf 6.117 an. Auch die Vormittagsaufführungen für Schulen erfreuten sich großer Beliebtheit und waren schon weit im voraus allesamt ausverkauft. Die kleinen Zuschauer werden beim Theatersommer auf lebendige und direkte Weise an Theater herangeführt. Gerade im Zeitalter digitaler Medien ist diese Programmschwerpunkt wichtiger denn je. Weniger erfreulich ist, dass die Finanzierung des Schultheaters nach wie vor auf wackligen Beinen steht.

Kurz: Der Theatersommer blieb auch in der Saison 2017 seiner Philosophie treu, mit Bewährtem, Neuem und neu Kombiniertem einem breiten Publikum jeglichen Alters begeisterndes, originelles Theater zu bieten.